Der TVM stellt vor: Mädchenturnen, Damengymnastik

Ein Bericht von Erika Schneider

 

Die Mädchen: Schwebebalken, Trampolin, Reck und Co.

Donnerstag 17.00 Uhr: 30 Mädchen im Grundschulalter stürmen in die Turnhalle und nehmen sie ein, rennen in alle Ecken, fangen sich, schlagen Räder, Freundinnen begrüßen sich. Der Bewegungsdrang ist unverkennbar, haben sie doch alle einen anstrengenden  Schultag hinter sich, Hausaufgaben (angeblich) alle gemacht. Freie Bewegung ist erst mal angesagt. Nichts mehr davon, woran sich die beispielsweise heute 70-Jährigen vielleicht noch erinnern: Der Größe nach in einer geraden Linie antreten, abzählen, dabei jeweils den Kopf  kurz zur Nächsten drehen und ran an die Geräte.

Heute steht am Anfang ein Spiel zum „Zueinanderfinden“ und ein Aufwärmprogramm, dann versammeln sich die Mädchen  um ihre Übungsleiter und besprechen das „Programm“ der nächsten Stunde. Welche Übungsschwerpunkte? Welche Geräte? Wie viele und welche Gruppen? Eine Gruppe übernimmt Laura Drescher, eine Jugendliche, die selbst bei Heike aktiv geturnt hat und ihr treu geblieben ist. Beiden zur Seite steht außerdem Jonas Roßner, der zur Zeit sein Freiwilliges Soziales Jahr beim TVM ableistet.

Gemeinsam werden die Geräte  aufgebaut, es können auch Gerätebahnen sein, die zu überwinden sind, manchmal geht es aufs Trampolin  oder an die Sprossenwand. Natürlich haben nicht alle Kinder die gleichen Vorlieben und das gleiche Temperament, natürlich will sich mal jemand vordrängen oder vor einer ungeliebten Übung drücken, aber Rücksicht und Fairness werden groß geschrieben. Beides ist auch gefragt, wenn zum Abschluss noch ein, meist von den Kindern vorgeschlagenes, Spiel ansteht.

Natürlich geht es dabei auch oft um Erster oder Letzter sein, um gewinnen und verlieren. Auch das wird hier gelernt. Es geht um Bewegung in unserer oft bewegungsarmen Zeit, um körperliche Grundschulung, um Förderung von Talenten und um sportliches Verhalten, manchmal auch um Mut und Ermutigung. Durch das richtige Maß an Forderung und Förderung und daraus resultierende individuelle Erfolge werden Kinder selbstbewusster, und das unabhängig von der Schulleistung!

 

Dienstag 17.30 Uhr: Wieder steht Heike Linden – und das seit nunmehr 14 Jahren –  in der Halle, an ihrer Seite wieder Jonas. Wenn Semesterferien sind oder es sonst möglich ist, sind Studentinnen zur Stelle, um Heike, ihre ehemalige Übungsleiterin, zu unterstützen.  Ein Teil der Mädchen, die jetzt dran sind, haben die Grundschule hinter sich, nicht alle kommen aus Münchberg. Sie haben Spaß am Turnen und man kann sie als Neigungsgruppe Gerätturnen bezeichnen. Sie trainieren zielstrebig am Kasten, Reck, Boden, Schwebebalken und anderen Geräten, lassen sich bei Fehlversuchen nicht irritieren und gern korrigieren. Wird am Anfang beispielsweise noch ein Kastenpolster oder die Vorturnerin gebraucht, um an die hohe Reckstange zu kommen, gelingt es später mit der eigenen Kraft und es ist nur noch die sichernde Hilfestellung nötig.

Der Erfolg motiviert! Körperspannung und-haltung spielen eine große Rolle, ebenso der Mut. So können die jungen Turnerinnen inzwischen auf beachtliche Leistungen stolz sein Die Hälfte der Mädchen ist auch in anderen Sportarten aktiv, wie Handball, Fußball, Schwimmen, Skilauf, Tanzen, Reiten. Einige waren schon in der Kleinkinderturnstunde. Und das war auch die Trainerin, wenn auch ein paar Jahre zuvor, hat geturnt, auch ihrer Mutter in der Mädchenturnstunde geholfen, hat Handball gespielt, selbst die „Minis“ spielerisch an den Handballsport herangeführt. Sie weiß, um was es geht und gibt es fachkundig weiter, zweimal die Woche, und zwar ehrenamtlich. Sie trägt  dazu bei, einen Ausgleich zur Bewegungsarmut zu schaffen, die Mädchen fit zu machen und zu halten.

 

Die Donnerstags-Damen-Gymnastik

Schon seit Menschengedenken ist am Donnerstagabend die  Damen-„Turnstunde“, heute besser bekannt als Gymnastik, viele Jahre verbunden mit dem Namen Betty Fichtelmann. Einige der Teilnehmerinnen erinnern sich noch gut an die Übungsstunden der Vorgängerin von Gerlinde Göldel, die heute für das Programm verantwortlich ist. Und als Programm kann man tatsächlich bezeichnen, was da geboten wird. Natürlich geht es in erster Linie um Fitness. In den 60 Minuten wird der ganze Körper trainiert und zwar auf altersgerechte Weise. Es geht um Beweglichkeit, um Muskeltraining, um Koordination, um Kondition und Ausdauer.

Der Aufbau der Übungsstunden ist klassisch mit Aufwärmphase, Hauptthema und ruhigerem Abschluss. Doch die Wege zum Ziel sind vielfältig. Da werden Geräte eingesetzt, vorwiegend Handgeräte, wie zum Beispiel Therabänder, die zentral verschlungen sind und an den Enden von den Teilnehmerinnen, die im Kreis stehen, in verschiedene Richtungen gezogen werden. Es wird mit Pezzibällen gearbeitet, mit Hanteln, oder mit den klassischen Reifen, Bällen und Keulen. Eine neue Variante ist die eher kleinräumig-intensive Bewegung langer Schüttelstäbe, was auf die für die Leistung wichtigen Faszien abzielt.

Auffallend ist der Spaß, mit dem die Damen –  alle in der zweiten Lebenshälfte, einige schon über 40 Jahre in der Turnstunde – bei der Sache sind. Sie sind eine Gemeinschaft, und ihr Programmangebot geht weit über den Sport hinaus.  Einkehren ist schon fast ein Muss, Weihnachtsfeier, Weiberfasnacht, Jahresabschluss. Getoppt wird das Ganze von Ausflügen, auch zwei- oder dreitägig, auch ins Ausland .Das wird von den Teilnehmerinnen dankbar angenommen. Und so ist der zweite wichtige Grund der Damen, warum sie dabei sind, die Geselligkeit, eine schöne Variante des Vereinslebens eine schöne Variante des Vereinslebens, die teilweise verloren zu gehen scheint. Diese Gruppe ist auf jeden Fall offen für alle Interessierten.  

 

Kontakt

Hermann Göldel (Abteilungsleiter)
Tel. 09251 / 1254
E-Mail: hermanngoeldel@hotmail.com

 

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